Wie Hochschulen (unbewusst?) auf das Berufsleben vorbereiten

Pra|xis|schock

Enttäuschung über bzw. bittere Erfahrung der großen Kluft zwischen dem erworbenen theoretischen Wissen und den tatsächlichen Anwendungsmöglichkeiten in der [Berufs]praxis. (Duden)

Dieses Schicksal ereilt jährlich viele Absolventen, wenn sie frisch in das Berufsleben einsteigen. So zumindest dachte ich bisher, und so hatte ich es damals erlebt. Diese Woche lernte ich eine neue Perspektive kennen. Weiterlesen

Nobody’s Perfct

Wir spielen Nobody's Perfct auf der ALE2011Fehler machen – das ist in vielen Unternehmen immer noch verpönt. Doch wer Fehler macht, der lernt. Und wer seine Fehler und die daraus gewonnenen Erkenntnisse offen kommuniziert, der hilft anderen, diese Fehler nicht zu wiederholen. Solch eine fehlertolerante Kultur entsteht nicht von allein. Sie braucht mutige Vorbilder. Oft hilft ein spielerischer Umgang mit diesem schwierigen Thema. Das passende Spiel „Nobody’s Perfct“ ist jetzt bei tastycupcakes.org erschienen.

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Agil: Die nächste Generation

Auf den XP Days 2011 in Karlsruhe habe ich eine Fishbowl zum Thema “Agil: Die nächste Generation” veranstaltet. Dabei ging es nicht etwa darum, die neuesten Trends aus dem agilen Umfeld zu nehmen und ihnen die Versionsnummer 2.0 umzuhängen, sondern um Folgendes:

Wir alle machen uns einen Kopf darum, wie wir agile Vorgehensweisen in Projekten und Unternehmen einführen. Dabei denken wir – natürlich? – immer an die Arbeitswelt, wie wir sie kennen. Wie aber sieht es in zehn Jahren aus, wenn unsere Kinder ins Arbeitsleben eintreten? Dann sind wir die “alten Agilen” und treffen auf eine Generation, die schon zu Schulzeiten auf eine Welt vorbereitet wurde, die durch Kommunikation, Teamarbeit und Selbstorganisation geprägt ist. Heute gehören Retrospektiven schon in der Grundschule zum Standardrepertoire. Auch an den Universitäten werden zunehmend agile Methoden gelehrt, pardon: interaktiv vermittelt. Es wird also zukünftig bei der Diskussion um agile Themen weniger um die Frage “Warum?”, sondern vielmehr um das “Wie?” gehen. In dieser Fishbowl wollte ich diskutieren, wie die nächste Generation von WissensarbeiterInnen mit agilen Methoden umgehen wird, wie wir das schon heute berücksichtigen können/müssen und was unsere Rolle in der Welt von morgen sein wird. Weiterlesen

Von Chefköchen, LÜK-Kästen und Sportbooten, oder: wie wir besser bessere Software bauen können (Teil 2)

Im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich David Snowdens Aussage „We [the IT professionals] focus on recipes, not chefs“ analysiert und festgestellt, dass beim Verfolgen des „Rezept-Ansatzes“ aus meiner Sicht zwei wesentliche Aspekte vergessen werden:

  1. Es genügt nicht, die Rezepte auswendig zu lernen (genau das tun die Unternehmen, wenn sie ihre Mitarbeiter schulen und zertifizieren lassen). Man muss zunächst Erfahrungen sammeln, bevor man in der entsprechenden Domäne tätig wird. Eigentlich nichts Neues – und trotzdem wird dieses uralte Grundkonzept des Lernens in der IT-Welt nur selten beherzigt.
  2. Die Existenz der Rezeptsammlungen allein reicht nicht aus. Die Rezepte (oft auch „Best Practices“ genannt) müssen immer an die aktuellen Gegebenheiten des Unternehmens- und Projektumfelds angepasst werden.

Den ersten Aspekt habe ich im ersten Teil ausführlich beschrieben und am Beispiel meiner Sportbootführerscheinprüfung illustriert. Jetzt möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, warum das sklavische Befolgen der Rezepte nicht immer zum gewünschten (oder besten) Ergebnis führt. Weiterlesen

Von Chefköchen, LÜK-Kästen und Sportbooten, oder: wie wir besser bessere Software bauen können (Teil 1)

In seiner Keynote auf der ALE2011-Konferenz beklagte David Snowden einen Trend, der seiner Meinung nach auch in der IT-Welt zu beobachten ist. Diesen Trend beschreibt er metaphorisch mit den Worten “We [the IT professionals] focus on recipes, not chefs”. Ein Rezept allein ist noch lange kein Garant für ein gutes Essen – von einem außergewöhnlichen Essen ganz zu schweigen. Das gibt’s nur vom Koch. Nicht etwa, weil der die Rezepte auswendig kennt, sondern weil er über jahrelange Erfahrung verfügt und schon Vieles ausprobiert hat. Ein Chefkoch braucht keine Musterküche, wie sie auf den Fotos der Hochglanzkochbücher zu sehen sind. Er braucht auch nicht exakt die Zutaten, die im Rezept (der “Spezifikation”) genannt sind. Dank seines Erfahrungsschatzes kann er Zutaten substituieren, ergänzen oder weglassen. Das Gericht schmeckt dann vielleicht anders, aber vermutlich ebenso gut (oder besser). Weiterlesen