Agile Projekte mit externen Dienstleistern

In meinem Vortrag “Agile Projekte mit externen Dienstleistern” berichtete ich von meinen Erfahrungen aus einem Projekt, an dem im Laufe von zwei Jahren sechs verschiedene externe Dienstleister beteiligt gewesen sind. Besondere Erwähnung auf Twitter fand mein Hinweis, dass Externe in den Unternehmen, die sie beraten, Gäste sind und auch als solche behandelt werden sollen. Spannend war die Diskussion, ob ein ScrumMaster und Product Owner in solchen Projekten intern oder extern besetzt werden soll. Fazit: es kommt darauf an. Diese Antwort hätte auch von einem Externen kommen können…

3 Gedanken zu „Agile Projekte mit externen Dienstleistern

  1. Hi holger,

    mit dem „als Gäste behandeln“ ist ein wichtiger Punkt angesprochen, denn als Externer ist man oft eher zwischen Leibeigener und Zwangsarbeiter angesiedelt.

    Der fachliche Ansprechpartner drückt sich vor jeder verantwortlichen Entscheidung, aber man muss ja doch irgendetwas vorzeigbares liefern.

    Aufgabenstellungen wie z.B. „Neue Komponente AB analog wie XX“ machen nur dann Sinn, wenn XX bekannt ist, ansonsten haben wir nur eine Unbekannte mit einer zweiten festgelegt. Das legt natürlich zuerst mal eine Kopie von XX als Basis nahe, aber was dann? Worin unterscheiden sich AB und XX? Da schweigt sich das sogenannte „Arbeitspaket“ aus.

    Irgendwie hatte ich in meinem letzten Projekt wohl die Aufgabe, solches „Stroh zu Gold spinnen zu sollen“ und als das naturgemäß nicht klappte sah ich mich doch erheblichen persönlichen Anfeindungen ausgesetzt.

    Nach 2 buchstäblich schlaflosen Nächten in 5 Tagen habe ich mich glücklicherweise doch entschlossen, das Projekt, bei dem mir sogar die Einweisung verweigert wurde zu verlassen.

  2. Hallo Uli,

    bist Du Dir sicher, dass die Schwierigkeiten, die Du schilderst, darauf zurückzuführen sind, dass Du als Externer in dem Projekt beschäftigt gewesen bist? Fehlende oder unzureichend genau formulierte fachliche Anforderungen, fehlender Entscheidungswille, persönliche Konflikte – all das sind Probleme, die in vielen Projekten auftreten. Resultierten die von Dir genannten persönlichen Anfeindungen aus einer Erwartungshaltung, die Du aufgrund Deines Externen-Status nicht erfüllen kannst? Dann bist Du tatsächlich an der fehlenden Gastfreundschaft des Kunden gescheitert. Manchmal hilft es, den Kunden auf diesen Umstand hinzuweisen. Eine Garantie, dass danach alles etwas besser wird, kann ich aber leider nicht geben.

    Viele Grüße und viel Erfolg im nächsten Projekt!
    Holger

  3. Hi Holger,

    ich glaube schon, dass man als Externer die deutlich schwächere Position hat. Das beliebte „wenn Sie sich überfordert fühlen, können Sie ja jederzeit gehen“ hat immer einen nicht unerheblichen finanziellen Verlust für den Auftragnehmer zur Folge.

    In Bereichen, in denen bei Internen der Betriebsrat Hilfestellung bietet, ist der Externe doch eher Alleingelassen.
    Ein uninteressierter Projektleiter plus unbrauchbare Anfoderungen schaffen ein Umfeld, das auch unter „Mobbing“ beschrieben wird. 2 schlaflose Näche in 5 Projekttagen ist schon ein schmerzlicher Rekord.

    Aber Du hast schon recht: möglichst sofort vergessen/verdrängen und auf das nächste Projekt setzen.

Kommentare sind geschlossen.