Die Geschichte lebt

Wie gut, dass ich abends meinen Kindern immer noch eine Geschichte vorlesen darf, obwohl sie längst selber lesen können. In letzter Zeit nehmen wir uns Klassiker meiner Kindheit vor. Neulich sorgten Max von der Grüns „Vorstadtkrokodile“ für Spannung. Und jetzt begleiten wir Emil Tischbein und die Detektive bei deren Abenteuern durch Berlin. Im Vorwort zu Erich Kästners erstem Kinderbuch fand ich das folgende Zitat, das recht gut zum Thema Storytelling passt:

Eine Geschichte, ein Roman, ein Märchen – diese Dinge gleichen den Lebewesen, und vielleicht sind es sogar welche. Sie haben ihren Kopf, ihre Beine, ihren Blutkreislauf und ihren Anzug wie richtige Menschen. Und wenn ihnen die Nase im Gesicht fehlt oder wenn sie zwei verschiedene Schuhe anhaben, merkt man es bei genauem Zusehen.

(Erich Kästner, „Emil und die Detektive“)

Schöner kann man nicht beschreiben, dass eine gute Geschichte ordentlich aufgebaut sein muss, im übertragenen Sinne also Hand und Fuß haben muss, um als schlüssig und interessant wahrgenommen zu werden.

Was uns die Geschichte lehrt

„Storytelling“ – haben Sie den Begriff in Ihrem Projekt auch schon mal gehört? Was soll das bedeuten? Wörtlich übersetzt: Geschichtenerzählen. Aber was hat das mit Projektmanagement zu tun? Zunächst einmal nichts. Jedenfalls nichts, was spezifisch für Projekte wäre. Es ist vielmehr so, dass man die Kraft von Geschichten, die diese in anderen Lebensbereichen seit jeher entfalten, jetzt auch für die Geschäftswelt zu nutzen gelernt hat.

Business Technology Magazin, Schwerpunktthema „Agilität“